Zuhause gesucht

Lissy

Lissy irrte, mit ihren zwei ungefähr acht Wochen alten Kindern, auf einem abgelegenen Parkplatz umher und wurde nur zufällig von einer aufmerksamen Autofahrerin entdeckt. Die beherzte Tierfreundin trommelte ein paar Leute zusammen und die machten sich sogleich daran, wenigstens die Katzenkinder einzufangen.

Die Mama war sehr ängstlich und wurde am selben Abend, von uns mit einer Lebendfalle eingefangen. Leider wurde Lissy postiv auf FIV getestet, ihre Kinder können erst ab einem Alter von 16 Wochen aussagekräftig getestet werden. Doch es haben sich schon liebe Menschen gefunden, die die beiden Jungs adoptierten und keine Angst vor dem Testergebnis haben. Denn FIV positive Katzen, können auch ein langes und erfülltes Leben führen. (siehe auch Bericht unten)

Wir wundern uns nun sehr, wie Lissy mit ihren Kindern da hingekommen ist und der Verdacht liegt Nahe, dass sie ausgesetzt wurden. Der Parkplatz befindet sich von 64743 Olfen Richtung Beerfelden fahrend (L3120 Kreuz K47) an der Abzweigung nach Güttersbach, also weitab von menschlichen Ansiedlungen.

Eines der Jungen war so zahm, dass es unmöglich erscheint, dass es noch keine Begegnung mit Menschen hatte.

Lissy ist jetzt in einer unserer Pflegestellen und lässt sich zwar noch nicht anfassen, verhält sich aber sonst ganz ruhig und benutzt vorbildlich die Katzentoilette. Schön wäre für sie, ein Zuhause mit anderen Katzen, an denen sie sich orientieren kann.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass sie eine zahme Katze wird. Geboren ist sie ca. im Oktober 2016, sie ist bereits kastriert, tätowiert und entwurmt. Wenn ihr euch vorstellen könnt, Lissy ein schönes Zuhause zu geben - was sie zweifelsohne verdient hat - dann ruft bitte an unter Tel.-Nr.: 06209/7969766 oder 0157/52577165 oder schickt eine Mail.


FIV – Felines Immundefizienz-Virus

Das Feline Immundefizienz-Virus der Katzen ist dem menschlichen HIV-Virus ähnlich, weshalb eine FIV-Infektion umgangssprachlich auch als Katzen-AIDS bezeichnet wird. Wie beim Menschen handelt es sich beim FIV der Katzen um eine Immunschwäche, die jedoch weder auf Menschen noch auf andere Tierarten übertragbar ist.

Das Virus wird unter Katzen hauptsächlich durch heftige Bisse und den Deckakt übertragen. Ein positiver FIV-Test ist kein Todesurteil für eine Katze; die Infektion muss im Laufe des Katzenlebens nicht ausbrechen. FIV-positive Katzen können genauso alt werden wie FIV-negative Katzen.

Wichtig ist, dass FIV-Katzen möglichst stressfrei leben und hochwertig ernährt werden. Sie sollten keinen ungesicherten Freigang haben, um keine anderen Katzen anzustecken, aber auch um sich selbst vor Krankheiten zu schützen.

Entgegen der verbreiteten Meinung, müssen FIV-Katzen nicht alleine oder ausschließlich mit anderen FIV-Katzen zusammen gehalten werden. Soziale und friedliche Tiere können auch in Gruppen mit FIV-positiven und FIV-negativen Katzen leben. Gerade die empfohlene strikte Trennung in FIV-positiv und FIV-negativ macht es für FIV-Katzen so schwierig, ein Zuhause zu finden, da mögliche Plätze für FIVis sehr rar sind. Zudem kommt, dass viele Menschen Angst davor haben, „eine kranke Katze“ zu adoptieren.

FIV-Katzen sind nicht per se krank, sondern haben einen positiven Test auf das Virus. Nachdem ich meine erste FIV-Katze adoptiert hatte, hatte ich jahrelang eine gemischte Gruppe, was wunderbar funktioniert hat.

Nachdem meine älteren FIV-negativen Katzen über die Regenbogenbrücke gegangen sind, habe ich nur noch FIV-Katzen. Nicht weil ich eine gemischte Gruppe mit sozialen Tieren nicht empfehle, sondern weil ich nur noch FIV-Katzen adoptiere, die leider aufgrund der FIV-Diagnose eine so schlechte Vermittlungschance haben. Dabei sind es genauso wundervolle Wesen wie FIV-negative Katzen. Und sie haben genauso sehr ein liebevolles Zuhause verdient.

Pamela Simon
Tierheilpraktikerin und Katzenpsychologin