Tierschutz-News


Karlsruhe untersagt Kleingruppenhaltung für Legehennen
Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung zur Kleingruppenhaltung von Legehennen aus formalen Gründen für verfassungswidrig erklärt. Tierschützer seien nicht ordnungsgemäß gehört worden, entschieden die Karlsruher Richter ...
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Wissenschaftlerappell gegen Massentierhaltung
Zahlreiche Professorinnen und Professoren in Deutschland wenden sich in einem öffentlichen Appell gegen die industrielle Intensivtierhaltung. Sie fordern die Umstellung zu einer sozial und ökologisch verträglichen, tiergerechten Landwirtschaft ...
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Türkei will betäubungsloses Schlachten verbieten
Laut türkischer Zeitung Hürriyet vom 15. November 2010 hat die türkische Regierung im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen erklärt, dass das betäubungslose Schlachten von Tieren ab Dezember 2011 in der Türkei aus Tierschutzgründen verboten werde ...
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Schluss mit Wildwest: Brandzeichen verboten
Pferde werden in Deutschland bald nur noch mit einem implantierten Mikrochip diebstahlsicher gekennzeichnet. Die Markierung mit einem glühenden Brandeisen (sog. Schenkelbrand) soll auf Beschluss des Bundesrats verboten werden ...
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Tierversuchszahlen: Deutschland steht EU-weit an dritter Stelle
Gemäß der von der EU-Kommission vorgestellten Versuchstierzahlen sind 2008 EU-weit knapp 12 Millionen Tiere eingesetzt und getötet worden. Gegenüber der letzten Statistik 2005 (12,1 Millionen Tiere) ist das nur ein minimaler Rückgang ...
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EU-Parlament verabschiedet Tierversuchs-Richtlinie
Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament nach knapp zweijähriger Beratungszeit einer neuen Tierversuchs-Richtlinie zugestimmt, die die bisherige von 1986 ablösen wird. Die Richtlinie tritt voraussichtlich noch dieses Jahr in Kraft ...
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Handel mit Robbenfellen geht weiter
Das im Juli 2009 von der Europäischen Union beschlossene Einfuhrverbot von Robbenfellen und -produkten innerhalb von Europa droht aufgeweicht zu werden. Kurz nach Inkrafttreten des Embargos waren vor dem Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg bereits die ersten 16 Klagen gegen das Verbot anhängig ...
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Durchbruch bei Tierversuchsalternativen
Eine von der Europäischen Kommission geförderte EU-Forschergruppe veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Journals „Reproductive Toxicology“ eine Studie, in der sie die schädigenden Wirkungen von Chemikalien auf die Fortpflanzung zuverlässig mit tierversuchsfreien Methoden ermittelte ...
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Karlsruhe untersagt Kleingruppenhaltung für Legehennen

Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung zur Kleingruppenhaltung von Legehennen aus formalen Gründen für verfassungswidrig erklärt. Tierschützer seien nicht ordnungsgemäß gehört worden, entschieden die Karlsruher Richter in einem gestern veröffentlichten Beschluss. Allerdings bleibt die Verordnung noch bis zum 31. März 2012 gültig. Danach muss eine Neuregelung her. Zwar sind Legebatterien seit Anfang de Jahres verboten; mit der Kleingruppenhaltung, bei der die Hennen etwas mehr Platz haben, gibt es aber noch immer eine Käfighaltung.

Dem Richterspruch lag eine Normenkontrollklage des Landes Rheinland-Pfalz zugrunde. Das Land hält die Kleingruppenhaltung für nicht tierschutzgerecht. Das höchste deutsche Gericht entschied zwar nicht inhaltlich über die Regelung, der Zweite Senat bemängelte aber, dass die Tierschutzkommission nicht in der nach dem Tierschutzgesetz erforderlichen Weise angehört wurde.

Die Anhörung zu der Verordnung sei „nur pro forma“ und „nicht beratungsoffen“ gewesen. Es spreche viel dafür, dass die Tierschutzkommission erst damit befasst worden sie, nachdem der Verordnungsentwurf durch das Kabinett gegangen und von der Europäischen Kommission notifiziert worden sei – und damit bereits beschlossene Sache war. Die für eine Anhörung „erforderliche inhaltliche Offenheit“ sei nicht mehr gegeben gewesen.

Mit dem Verstoß gegen das Anhörungserfordernis habe der Verordnungsgeber auch den Artikel 20a des Grundgesetzes verletzt, der den Staat zum Tierschutz verpflichtet. „Als Belang von Verfassungsrang ist der Tierschutz im Rahmen von Abwägungsentscheidungen zu berücksichtigen“, betonte der Senat.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den Richterspruch nun „umfassend prüfen“ und eine neue Verordnung unter Einbeziehung der Bundesländer, der Wissenschaft und von Verbänden erlassen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte schon 1999 die Hennenhaltungsverordnung aus Tierschutzgründen für nichtig erklärt. Nach einer Verordnung aus dem Jahr 2002 war die konventionelle Käfighaltung abgeschafft worden. Als Haltungsformen waren nur noch die Boden- und die Volièrenhaltung vorgesehen. Nach einer weiteren Änderung im Jahr 2006 war die Käfighaltung aber wieder eingeführt worden – allerdings in Form der Kleingruppenhaltung.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft seiht durch den Beschluss die Kleingruppenhaltung nicht infrage gestellt: Das Gericht habe Verfahrensfehler moniert und sich nicht zur Tierschutzwidrigkeit geäußert. Derzeit werden nach Angaben der Geflügelzüchter rund zehn Prozent der Legehennen in Kleingruppen gehalten. (dpa)

(Quelle: Odenwälder Zeitung, 03.12.2010)


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Wissenschaftlerappell gegen Massentierhaltung

Zahlreiche Professorinnen und Professoren in Deutschland wenden sich in einem öffentlichen Appell gegen die industrielle Intensivtierhaltung. Sie fordern die Umstellung zu einer sozial und ökologisch verträglichen, tiergerechten Landwirtschaft.

Die Verantwortung für einen Richtungswechsel in der landwirtschaftlichen Tierhaltung darf nicht länger auf die Schultern der Verbraucher abgeladen werden. „Wo Gemeingüter in Gefahr sind, bedarf es politischer Regelung“, so die Initiatoren der Aktion, zu denen auch der Vorsitzende von Provieh, Prof. Sievert Lorenzen, zählt.

Vorbild für die Initiative ist eine Gruppe von holländischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, die Mitte des Jahres 2010 in einem öffentlichen Aufruf einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft forderten. Inhaltlich orientiert sich der Wissenschaftlerappell an den Positionen des bundesweiten Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Sie fordern von Ländern, Bund und EU:

  • Vielfalt, Gerechtigkeit und Arbeitsplätze in ländlichen Regionen – Privilegien für industrielle Tierhaltung abschaffen;
  • Klima- und Tierschutz wirksam verbessern;
  • Kennzeichnung der Haltungsform auf tierischen Lebensmitteln;
  • Agrarsubventionen nur für höhere Standards im Tier- und Umweltschutz;
  • Überproduktion abbauen, Exportsubventionen streichen.

(Quelle: www.provieh.de, 22.11.2010)


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Türkei will betäubungsloses Schlachten verbieten

Laut türkischer Zeitung Hürriyet vom 15. November 2010 hat die türkische Regierung im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen erklärt, dass das betäubungslose Schlachten von Tieren ab Dezember 2011 in der Türkei aus Tierschutzgründen verboten werde. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte nimmt die Berichterstattung zum Anlass, die Bundesregierung erneut aufzufordern, den Bundesratsbeschluss vom 12. Februar 2010 auf Änderung des Tierschutzgesetzes unverzüglich umzusetzen.

Nachdem nun sogar ein Ursprungsland des betäubungslosen Schlachtens Deutschland demonstriere, dass die Elektrobetäubung vor dem Schächtschnitt in Einklang mit der Religion stehe, verlangen die Tierrechtler mit allem Nachdruck die unverzügliche Umsetzung des Bundesratsbeschlusses. In diesem fordert der Bundesrat, Ausnahmegenehmigungen für betäubungsloses Schlachten nur dann zu erteilen, wenn der Antragsteller nachweist,

  • dass zwingende Religionsvorschriften für betäubungsloses Schlachten vorliegen und
  • der Schlachtprozess bei vollem Bewusstsein dem Tier nicht mehr Schmerzen und Leiden zufügt als unter Betäubung.

(Quelle: www.tierrechte.de, 18.11.2010)


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Schluss mit Wildwest: Brandzeichen verboten

Pferde werden in Deutschland bald nur noch mit einem implantierten Mikrochip diebstahlsicher gekennzeichnet. Die Markierung mit einem glühenden Brandeisen (sogenannter Schenkelbrand) soll auf Beschluss des Bundesrats verboten werden.

„Das Brandmarken von Fohlen ist eine Wildwestmethode, die nur noch der Traditions- und Markenpflege einzelner Zuchtverbände diente. Ein Verbot war längst überfällig“, kommentiert Prof. Sievert Lorenzen, Vorsitzender von Provieh, die Reaktion des Bundesrats auf den Antrag aus Rheinland-Pfalz.

Die Kennzeichnung mit einem unter die Haut injizierten Transponder ist wesentlich schonender für das Tier und EU-weit bereits für alle seit dem 1. Juli 2009 geborenen Pferde vorgeschrieben. Das winzige elektronische Implantat kann kontaktlos gelesen werden, zum Beispiel mit einem Lesegerät bei der tierärztlichen Untersuchung oder beim Passieren eines Empfängers am Gatter.

Für die Pferdezüchter ist die Brandmarkierung spätestens seit Einführung der elektronischen Kennzeichnung nur noch ein optisches Markenzeichen. Nun liegt es in der Hand der Bundesregierung, den Verbotsbeschluss des Bundesrats zügig in die Praxis umzusetzen.

(Quelle: www.provieh.de, 15.10.2010)


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Tierversuchszahlen: Deutschland steht EU-weit an dritter Stelle

Gemäß der von der EU-Kommission vorgestellten Versuchstierzahlen sind 2008 EU-weit knapp 12 Millionen Tiere eingesetzt und getötet worden. Gegenüber der letzten Statistik 2005 (12,1 Millionen Tiere) ist das nur ein minimaler Rückgang. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist entsetzt, dass der Tierverbrauch nach wie vor so hoch ist und vor allem, dass in Deutschland nach Frankreich und Großbritannien die meisten Tiere in Tierversuchen verwendet werden und diese Zahlen zudem ansteigen. Allein in diesen drei Ländern wurden 55 Prozent der 12 Millionen Versuchstiere verbraucht. Als besorgniserregend bezeichnet der Verband auch den teilweise extremen Anstieg der Tierversuchszahlen in Spanien, Estland, Irland, Österreich und Portugal.

Steigende Tierzahlen sind sowohl in der Grundlagenforschung als auch bei der Prüfung von Produkten und medizinischen Geräten zu verzeichnen (jeweils 13 Prozent). Auffallend ist auch die Zunahme der Tierversuche für Lebensmittelzusätze.

Hinsichtlich der Tierarten ist vor allem ein Anstieg bei den Schweinen, Katzen, Kaninchen und Mäusen festzustellen. Obwohl Hunde etwas weniger in den Versuch mussten, wurden immer noch 354 Hunde qualvoll in tödlichen sogenannten LD-50-Tests vergiftet.

(Quelle: www.teirrechte.de, 07.10.2010)


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EU-Parlament verabschiedet Tierversuchs-Richtlinie

Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament nach knapp zweijähriger Beratungszeit einer neuen Tierversuchs-Richtlinie zugestimmt, die die bisherige von 1986 ablösen wird. Die Richtlinie tritt voraussichtlich noch dieses Jahr in Kraft. Die Rechtsvorschriften sind drei Jahre später in den Mitgliedstaaten der EU anzuwenden.

Nach Auffassung der Politik bedeutet das Regelwerk einen Quantensprung für den Tierschutz in den 27 Mitgliedstaaten, ohne dabei die tierexperimentelle Forschung zu behindern. Dies würde durch hohe Genehmigungsanforderungen sowie strenge Kontrollverfahren der Tierversuche erreicht. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte sieht in der neuen Richtlinie jedoch eine verpasste Chance, tierversuchsfreie Technologien zu forcieren, um dem rechtlichen wie gesellschaftlichen Stellenwert des Tierschutzes und gleichzeitig dem Schutzanspruch des Menschen gerecht zu werden.

Begrüßenswert sei, dass alle 27 EU-Mitgliedstaaten sich demnächst an Mindestvorgaben zur Durchführung von Tierexperimenten zu halten haben. Die wichtigste Voraussetzung für einen Rückgang der Tierversuche, nämlich die Verpflichtung von Wissenschaft und Industrie zur Entwicklung von Tierversuchsersatzverfahren, fehle jedoch in dieser Richtlinie. „Solange die Politik keine Anreize schafft, massiv in die tierversuchsfreien Testverfahren zu investieren, werden die Tierversuche nicht abnehmen. Die neue Richtlinie enthält zwar mehr Tierschutz als die alte, aber sie läutet keinen Paradigmenwechsel - weg vom Tierversuch, hin zu leistungsfähigeren Ersatzverfahren – ein“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbands.

Aus Sicht der Tierschützer wiegt besonders schwer, dass die Richtlinie national höhere Tierschutzanforderungen nicht mehr zulässt. Auch dass Affenversuche nicht verboten werden und für extrem belastende Experimente keine absolute Schmerz-Leidens-Grenze vorgeschrieben wird, ist für die Politik ein Armutszeugnis.

(Quelle: www.tierrechte.de, 08.09.2010)


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Handel mit Robbenfellen geht weiter

Das im Juli 2009 von der Europäischen Union beschlossene Einfuhrverbot von Robbenfellen und -produkten innerhalb von Europa droht aufgeweicht zu werden. Kurz nach Inkrafttreten des Embargos waren vor dem Gerichtshof der Europäischen Union in Luxemburg bereits die ersten 16 Klagen gegen das Verbot anhängig. Bis die Klage entschieden ist, wird das Einfuhrverbot ausgesetzt. Ein fester Zeitplan für die Entscheidung liegt laut EU nicht vor. „Damit ist dem Handel von Robbenprodukten erneut Tür und Tor geöffnet“, kommentiert Philip McCreight von der Tierschutzorganisation Tasso die für Tierschützer vollkommen überraschende Entwicklung in dem langjährigen Streit um Robbenprodukte. Nach Schätzungen werden jährlich fast eine Million Robben für kommerzielle Zwecke bestialisch geschlachtet.

(Quelle: www.tasso.net, 31.08.2010)


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Durchbruch bei Tierversuchsalternativen

Eine von der Europäischen Kommission geförderte EU-Forschergruppe veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Journals „Reproductive Toxicology“ eine Studie, in der sie die schädigenden Wirkungen von Chemikalien auf die Fortpflanzung zuverlässig mit tierversuchsfreien Methoden ermittelte. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte sieht darin einen Durchbruch im Bereich der tierversuchsfreien Forschung.

Im Rahmen des EU-Projekts ReProTect testeten die Wissenschaftler in einer Blindstudie acht Chemikalien, deren giftige Wirkungen auf die Fortpflanzung bereits aus Tierexperimenten bekannt sind. Da es sich bei der Reproduktionsbiologie um einen äußerst komplexen Bereich handelt, entwickelten die Forscher einen völlig neuartigen Ansatz. Statt sich auf einen einzigen Test zu stützen, wurde auf eine Kombination von 14 verschiedenen Testsystemen zurückgegriffen. Erst mit dieser Methodik war es möglich, die schädigenden Wirkungen der Chemikalien korrekt vorherzusagen. Ebenso konnten zwei harmlose Kontrollsubstanzen eindeutig mit dieser tierversuchsfreien Testbatterie identifiziert werden.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert, dass die neu entwickelten Alternativen umgehend im EU-Chemikalientestprogramm Reach zum Einsatz kommen. Die Tierversuche zu Reach sind in diesem Jahr in Europa angelaufen. Wissenschaftlichen Berechnungen zufolge sollen in den Tests bis zu 54 Millionen Tiere sterben. „Allein die Reproduktionstoxikologie verschlingt bis zu 90 Prozent der Tiere. Pro Substanz werden etwa 3000 Ratten getötet. Diese Testbatterie kann deshalb eine gigantische Zahl von Tieren vor dem Versuch retten, wenn sie sofort angewendet wird. Jetzt ist die Politik gefordert, dieses In-vitro-Prüfsystem für die reproduktionstoxikologische Bewertung insbesondere von Chemikalien umgehend zu akzeptieren“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Verbands.

(Quelle: www.tierrechte.de, 04.08.2010)


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